Über das Projekt

Willkommen bei unserem Projekt einer kostenlosen Datenbank für studentische Seminararbeiten. Wir möchten Euch mit unserem Server Gelegenheit geben, Arbeiten, die ihr im Rahmen Eures Studiums anfertigt einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz zu zahlreichen kommerziellen Anbietern sind wir ein Projekt von Studierenden für Studierende. Sämtliche von uns angebotenen Dienste sind daher kostenlos. Neben einer Datenbank für studentische Texte möchten wir mit unserem Server auch einen Rahmen bereitstellen, in dem ihr Eure Arbeiten diskutieren und ihre Qualität im produktiven Austausch verbessern könnt. In jedem Fall hoffen wir, dass Euch unsere Seite gefällt und ihr fleißig Texte hoch- und herunterladen werdet!

Das gemeinnützige Projekt wird von einem Team aus Studierenden und jungen Wissenschaftler_innen aus Köln getragen. Als Träger dient der Verein la talpa.

Die Seminararbeit als Wegwerfartikel?

Publizieren und diskutieren auf studierendenwissen.de

Von Dozierenden werden Studierende oft als wissenschaftlich nicht vollwertig abgewertet. Sie haben deshalb nur selten den Mut ihre Arbeiten einer Öffentlichkeit (und sei es auch nur Freund_innen) zur Verfügung zu stellen. Dem verschämten Umgang mit wissenschaftlichen Werken von Studierenden liegt allerdings nicht nur mangelndes Selbstbewusstsein zugrunde, sondern es mangelt auch an konkreten Möglichkeiten und Ermutigungen zur Veröffentlichung. Studierende sind deshalb oft von wissenschaftlichen Diskursen ausgeschlossen, die sie zwar passiv rezipieren dürfen, an denen sie sich aber nicht durch eigene Beiträge beteiligen können.

Das Projekt studierendenwissen.de setzt dem akademischen Kreislauf studentischer Unmündigkeit in mehrerer Hinsicht eine Alternative entgegen: Die Bereitstellung eines Servers für studentische Seminar-, Diplom-, Examens-, Bachelor- und Masterarbeiten ermöglicht es Studierenden, ihre Arbeiten in einem rechtlich abgesicherten Rahmen zu veröffentlichen und zu diskutieren. Mit studierendenwissen.de schaffen wir ein Angebot, das unterschiedlichen Anforderungen an freies Wissen gerecht wird. In Kooperation mit studentischen und anderen Fachzeitschriften werden wir ausgewählte Arbeiten auch in gedruckter Form veröffentlichen, um studentische Texte als vollwertigen wissenschaftlichen Publikationen Geltung zu verschaffen. Darüber Hinaus planen wir die Herausgabe einer Edition Studierendenwissen, in der Sammelbände mit Texten von Studiereden und etablierten Wissenschaftler_innen veröffentlicht werden.

Vom Copyright zum Copyriot

Die Debatten um Softwarepatente, Konflikte um Rechte an genetisch veränderten Pflanzensamen und nicht zuletzt um Musik- und Filmpiratierie im Internet zeigen, dass geistiges Eigentum eine höchst umstrittene Eigentumsform ist. Geistige Eigentumsrechte drücken sich momentan in zwei Formen aus: Als zeitlich befristetes Monopol auf die Nutzung einer technischen Neuerung (Patent) und als staatlich gesichertes Recht an literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Schöpfungen im Urheberrecht. Letzteres sichert Autor_innen in Deutschland die Verwertungsrechte bezüglich Vervielfältigung und Verbreitung bis 70 Jahre nach ihrem Tod zu. Als Eigentum unterliegen künstlerische und wissenschaftliche Werke ähnlichen Bestimmungen wie materielle Güter. Das Eigentum an materiellen Gegenständen wird meist mit Verweis auf die zu ihrer Herstellung notwendigen Arbeitskraft und ihre Knappheit legitimiert. Immaterielle Güter wie Wissen nehmen allerdings einen prekären Status innerhalb der kapitalistischen Warenwirtschaft ein, denn die Arbeitszeit, die nötig ist, um sie zu reproduzieren, steht in gar keinem Verhältnis steht zu der Arbeitszeit, die zu ihrer Originalproduktion erforderlich ist. Immaterielle Güter sind daher nie knapp, sondern ihr Wert vermehrt sich vielmehr im produktiven Prozess des Teilens. Insofern das Internet die nahezu kostenlose Verbreitung und Reproduktion von Wissen ermöglicht und die Distribution der Produkte geistiger Arbeit dadurch vom Zugang zu Produktionsmitteln wie Buch- und Zeitungspressen unabhängig wird, verschärft sich die Frage nach der künstlichen Verknappung immaterieller Güter, um ihre kapitalistische Verwertung zu ermöglichen.

Im Wissenschaftsbetrieb erfährt die Sicherung geistigen Eigentums eine weitere Wendung: Wissenschaftler_innen an Universitäten werden vom Staat für ihre Forschung bezahlt. Der Zwang zur Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse in angesehenen Verlagen führt allerdings dazu, dass die Nutzungsrechte an ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht bei ihnen selbst, dem Staat oder der jeweiligen Universität liegt, sondern sie (meist kostenlos) an kommerzielle Verlage abgetreten werden. Die Universitäten müssen dann für teures Geld die Werke ihrer eigenen Wissenschaftler_innen in Form von Büchern erneut kaufen. Der Staat bezahlt also wissenschaftliche Erkenntnisse zweimal: Einmal als Forschungsanteil am Gehalt der von ihm beschäftigten Wissenschaftler_innen und ein zweites Mal in Form von Büchern, deren Rechte den Verlagen von Wissenschaftler_innen günstig oder sogar gänzlich kostenlos überlassen wurden.

Mit unserem Projekt eines freien Wissens-Servers für studentische Arbeiten möchten wir bewusst die Frage aufwerfen, welche Stellung (geistiges) Eigentum in unserer Gesellschaft einnimmt. Wir haben studierendenwissen.de deshalb ausdrücklich als Plattform zur kostenlosen Bereitstellung von studentischen Arbeiten konzipiert. Durch die Anwendung der Creative Commons Lizenz sorgen wir dafür, dass die Arbeiten in rechtlich gesicherter Form der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden können.

Die Lizenz

Die Autor_innen der jeweiligen Arbeit können beim Hochladen selbst bestimmen, unter welcher Lizenz ihre Arbeit veröffentlicht werden soll. Wir empfehlen die Veröffentlichung als „Namensnennung-Nicht- Kommerziell- Weitergabe unter gleichen Bedingungen“. Dies verhindert, dass Dritte eure Seminar- oder Abschlussarbeit mit kommerziellen Interessen vermarkten und es stellt sicher, dass eure Arbeit stets unter den gleichen open-access Bedingungen verbreitet wird. Eine Nutzung der Arbeit zu kommerziellen Zwecken (z.B als Teil eines zum Verkauf stehenden Sammelbandes) oder in veränderter (z.B. gekürzter Form) könnt ihr selbstverständlich in individuellen Verhandlungen mit Interessierten einräumen.

Auf der Webseite von Creative Commons findet ihr sowohl allgemeine Informationen, als auch genaue Informationen zu den einzelnen Lizenzen.